Es ist montag Nacht, eigentlich müsste ich schon längst schlafen, sitze aber hier, vor meinem Blog, Headset auf dem Kopf und Musik im Ohr.
In ein paar Stunden muss ich aufstehen, mich aus dem Bett quälen. Ich bin nun schon ...Sieben Jahre ...oder länger, Arbeitslos. Ich muss aktuell (wieder zu einer Maßnahme), aber diesmal ist sie zum glück auch halbwegs Sinnvoll.

Halbwegs? Ja. Denn sie ist zwei Mal die Woche und das meistens nicht länger als eine halbe Stunde. Anfangs klang es wirklich vielversprechend. Helfen wolle sie mir, sagte sie. Wir sprachen über Probleme und Sorgen, wobei ich vielleicht noch Hilfe brauche oder unterstützt werden müsste. Das ging dann auch fast einen Monat lang gut so, und ich dachte schon ein wenig, dass ich nun vielleicht endlich richtige Unterstützung bekomme, in die richtige Richtung.

Aber weit gefehlt. Es ist wieder der übliche Driss, Bewerbungen soll ich schreiben. Aber diesmal doch bitte in eine Richtung, die mir mehr zusagt. "IT-System-Elektroniker" soll es sein. Klingt super, aber ist es das was ich mir bei der Maßnahme vorgestellt habe? Nein ist es nicht.

Wieder bekomme ich nicht die Hilfe, die ich mir wünsche. Dabei hatte ich sogar wirklich den Mut, zu sagen was mit mir los ist. Naja, immerhin bekam ich die Telefonnummer einer Psychologin, die Begeisterung hält sich in Grenzen.
Also irgendwie ja dann doch nicht mal halbwegs Sinnvoll.

Was soll ich denn tun? Immer wenn ich bei so einer Nummer anrief, hieß es doch auch nur: leider sind gerade alle Termine voll. Wem ist denn damit geholfen?
Ich denke nicht, dass mich jemand wirklich ernst nimmt, wenn ich über meine Probleme spreche. Meinen "besten Freund" habe ich damals wegen dieser Scheiße verloren. Nach Jahren fühlte ich mich in die Enge gedränkt und musste einfach mit jemandem darüber reden.
War wohl die falsche Entscheidung. "Du musst bloß endlich mal in Arbeit kommen", sagte er. "Entweder du findest bald Arbeit oder das war's", und das war's dann halt auch, mit der Freundschaft. Danke dafür.

Also, so geht es auch nicht. Dann sind wir halt wieder beim "nichts sagen", von mir aus. Mittlerweile ist es kurz nach zwei, ich wollte schon seit zwei Stunden schlafen, sitze aber immer noch hier. Höre lieber Musik und schreibe in meinem Blog.
Im Moment geht es mir überhaupt nicht gut. Also, weniger als sonst schon. Aber wirklich drüber reden kann ich auch nicht. Konnte ich noch nie. Werde ich das je? Ich weiß es nicht.

Und dann auch diese Tage wie Sonntag, seltsam wars. Kennst du das, wenn du dich mit jemandem unterhältst und es sich anfühlt, wie Zuneigung? ...Ich auch nicht. Zumindest heute nicht.
Es fühlte sich an, als hätte ich es keinem so wirklich recht machen können. Und das gefühl habe ich oft. Bin ich vielleicht deshalb so sarkastisch und zynisch? Gut möglich. Aber ich glaube, so war ich schon immer irgendwie. Ich mag das so.

Ich bin ein Mensch, der viel Aufmerksamkeit braucht. Der viel Zuneigung braucht. Vielleicht bin ich deshalb auch so schwierig im Umgang. Nicht nur, wegen meiner Art und Weise, wie ich mit Anderen umgehe, sondern weil ich auch oft nicht das bekomme, was ich gerne hätte. Und sei es auch nur, wenn man mir von sich aus schreibt. Oder zeitig Antwortet. ...Solange es keine Fragen sind, wie es mir geht.

Scheiße, wie ich diese Frage hasse. Voll automatisch lautet meine Antwort oft nur "gut". Was will man da auch sonst sagen? Und ich meine nun nicht in der Situation, neue Menschen kennen zu lernen um Gesprächslücken zu füllen oder ein Gespräch in's rollen zu bekommen. Ich spreche von Leuten die man wirklich kennt. Willst du das wirklich wissen? Und was ist, wenn es mir schlecht geht? Dann musst du dir die ganze Scheiße anhören. Toll, dabei hast du vielleicht gerade nur nett sein wollen. Widerlich.

Jetzt ist es schon kurz nach halb drei und ich bin irgendwie wütend, denn eigentlich drücke ich mich weiterhin vor dem schlafen und will auf nichts wirklich hinaus. Es sind nur die Dinge, die mir oft, fast jeden Abend, im Kopf herumschwirren, und mich davon abhalten, zu schlafen.
Ja okay, also will ich doch auf etwas hinaus, dass ich nicht schlafen kann. Das passiert mir oft, dann bin ich so lange wach, bis früh morgens, schlage die Zeit mit Serien, Filmen und Spielen tot.
Aber ich spreche selten darüber. Wie über alle anderen meiner Probleme und Sorgen.

Morgen wache ich auf, bin 50 Jahre alt, und sitze immer noch hier. Habe nichts aus meinem Leben gemacht, bin nicht vorangekommen. Also dann, gute Nacht.